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Montag, 24. August 2009 Seite 21
Erstmals Diner Blanc im Pfarrhof
Tafeln und Plaudern ganz in Weiß.
Madame Galle: Experiment ist gelungen.
NIEDER-
Wie in Paris am Ufer der Seine, im Bois de Boulogne oder auf dem Place de la Concorde dinierten Freunde und Freundesfreunde unter freiem Sommerhimmel in der wohl schönsten Ecke des Stadtteils. Eingeladen zu dem "Diner Blanc" hatte das Deutsch-
Viele der aus Butzbach, Gießen oder Wetzlar kommenden Damen trugen angesichts der kräftig strahlenden Sonne mit chicen weißen Hüte. Auch die Herren hatten sich im einheitlichen Weiß in Schale geworfen. Auch Kinder und Jugendliche nachten mit. Pieknickkörbe und Taschen wurden geöffnet und schmackhafte Dinge ausgebreitet. Viele Fotoapparate wurden gezückt und das noch nie in Butzbach erlebte Ambiente im Bild festgehalten.
Alsbald wurde sich munter unterhalten und gespeist. Zu einem schönen Essen gehören auch schöne Klänge. Madame Galle hatte deshalb die passende Musik ausgewählt. Aus Bad Soden/Ts. kam Akkordeonspieler Friedrich Baier angereist, auch er ganz in Weiß, um auf seinem weich gestimmten edlen italienischen Tasteninstrument französische Klänge zu zaubern, bekannte Musette-

NIEDER-
Beide hatten sich volkstümliche Literatur aus ihren Heimatländern ausgewählt. Gertrud Gilbert trug im anheimelnden Frankfurter Dialekt "Die geteilte Walküre" von Karl Ettlinger vor.
Ettlinger (er nannte sich selbst der "alde Frankforder" mit der "Gewitterschnut") war ein produk-
Das erste "Diner Blanc" im heimischen Raum kam sehr gut an. Christiane Galle bedankte sich bei Mitwirkenden und Publikum und lud im Anschluss noch zu gemütlichem Verweilen ein. Die Atelier-
Über eine Tatsache war Christiane Galle besonders stolz: "Wir sind den Frankzuvorgekommen". Denn dem Vernehmen nach soll es am nächsten Wochenende auf der Berger Straße das erste "Diner Blanc" der Mainmetropole geben. Butzbach war diesmal schneller.
Von Madame Galle war auch zu erfahren, wie mit dem "Diner Blanc" in Paris alles begann: Im Jahr 1988 verlegte ein gewisser Francois Pasquier seine private Gartenparty aus Platzmangel spontan in den Bois de Boulogne. Seitdem verabredet man sich in der "Stadt der Liebe" jeden Juni zum gemeinsamen Abendessen an einem öffentlichen Ort in Paris. Bis zum letzten Tag wird dort die Location geheim gehalten. Einziges Erkennungszeichen ist die weiße Kleidung. Mit ihren Esskörben bepackt strömen dann hunderte von Franzosen in den frühen Abendstunden zum vereinbarten Treffpunkt. Mitgebrachte Tische und Stühle werden zu langen Reihen zusammengestellt. Sie verwandeln die Straßen von Paris in ein riesiges nicht-

Donnerstag, 27. August 2009
»Diner Blanc» im idyllischen Pfarrhof
Frankfurtern eine Attraktion »weggeschnappt«
Kulinarisch-
Butzbach (bd). Jetzt verfügt auch Butzbach über ein kulinarisches Ereignis der besonderen Art. Am Sonntag trafen sich etwa 60 weiß gekleidete Damen und Herren im idyllischen Nieder-
„Voilà, das Experiment ist gelungen“, strahlte Christiane Galle, Leiterin des Kulturforums, als sich die weißen Tische im Pfarrhof füllten -
geworfen. Picknickkörbe und Taschen wurden geöffnet und schmackhafte Dinge ausge-

Hoffnungsvoller Anfang für das deutsch-
Aus Bad Soden kam Akkordeonspieler Friedrich Baiangereist, auch er ganz in Weiß, um auf seinem weich gestimmten, edlen italienischen Tasteninstru-
Für weiteren eleganten Hörgenuss sorgten zwei bekannte Rezitatorinnen, Gertrud Gilbert aus Bad Nauheim und Suzanne Bohn aus Griedel. Gertrud Gilbert trug in anheimelndem Frankfurter Dialekt »Die geteilte Walküre« von Karl Ettlinger vor. Ettlinger (er nannte sich selbst der „alde Frankforder“ mit der „Gewitterschnut“) war ein unerhört produktiver Volksdichter der unter dem Pseudonym „Karlchen“. allerlei Satiren schrieb, aber das Pech hatte, als jüdischer Autor von den Nazis verfemt zu werden. Mit großem schauspielerischem Talent und zur Belustigung des Publikums trug Gertrud Gilbert die Erlebnisse eines Frankfurter Bäckermeisters vor, der mit Frau und Tochter im feinen Münchner Residenztheater eine Oper von Richard Wagner sehen wollte, aber nur im Besitz einer einzigen Karte war. Also konnte jeder der drei nur einen Akt live miterleben und musste das Geschehen den beiden anderen möglichst werkgetreu "verklickern". Dass dabei so manches aus dem Inhalt vergessen oder falsch verstanden wurde und bei den anderen nur Verwirrung stiftete, versteht sich von selbst.
Sehr unterhaltsam war auch Suzanne Bohn mit dem ersten Kapitel von Sascha Guitrys "Memoiren eines Falschspielers". Es ging dabei um eine mysteriöse Pilzvergiftung. Der Vortrag war kurz, aber lustig, und mancher von den Zuhörern wird ab und zu auf seinen Tisch geblickt haben, um sich schnell von der Genießbarkeit der mitgebrachten Pilze zu überzeugen. Amüsant auch die Passagen der französischen Komödiantin Pauline Cartoon (1884 bis 1974), die in Frankreich unerhört populär war. Die Frau aus Biarritz war für ihren bodenständigen Humor bekannt. Sie wirkte in vielen Filmen mit, war allerdings festgelegt auf die Rolle eines komischen Haus-
Holde Stubonrauch (Atelier-
Seit dem 19.02.2009 waren
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